Wildtiere in Berlin gesehen? Bitte melden!
Bei dem gutem Nahrungsangebot in der Stadt und wenig Gefahr durch Jäger können sich Wildschweine stark vermehren. | Foto: Photohunter - Fotolia
IZW – 05.06.2013:

Wildtiere in Berlin gesehen? Bitte melden!

Ist Ihnen kürzlich ein Wildschwein oder ein Igel in Berlin über den Weg gelaufen? Dann melden Sie es bitte dem IZW. Damit können Sie zu einem Projekt über die Lebensweise von Wildtieren in der Stadt beitragen.
In der Stadt lebende Wildtiere verschiedenster Arten stellen Bevölkerung und Behörden vor neue Herausforderungen. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) startet jetzt zwei beispielhafte Studien über Wildschweine und Igel in der Stadt. Alle Berliner sind aufgerufen, sich an der wissenschaftlichen Datenerhebung zu beteiligen und möglichst viele Wildtierbeobachtungen zu melden.
Auf dem 18. Umweltfestival am 1./2. Juni am Brandenburger Tor, veranstaltet von der Grünen Liga, startete an diesem Wochenende offiziell das Projekt „Wildtiere in der Stadt – Bürger schaffen Wissen, Bürger forschen mit“ des IZW. Bei bürgerbeteiligter Forschung (Citizen Science) sind die Bürger aufgerufen, sich an wissenschaftlichen Fragestellungen zu beteiligen, in diesem Fall an der Erfassung von Wildschwein- und Igelbeobachtungen im Stadtgebiet Berlins. Um genaue Daten zur Verbreitung von Wildschweinen im Stadtgebiet zu erheben, ist jede Nachricht über eine Tierbeobachtung wertvoll. Wichtig ist es dabei, möglichst viele Berliner zum Mitmachen zu gewinnen. Zum Projektauftakt am Wochenende gab es bereits viele begeisterte Interessenten.

Die Berliner sind flächendeckend aufgerufen, die verschiedenen angebotenen Möglichkeiten und Portale zu nutzen, um Daten zu den neu gestarteten Studien „Berliner Wildschweine“ und „Igel in der Stadt“ beizutragen (www.izw-berlin.de). Wenn sich viele Menschen beteiligen, können wir die Lebensweise von Wildtieren in der Stadt besser und schneller verstehen.

Die Wissenschaftler wollen folgende Fragen untersuchen:
Wo kommen Wildschweine und Igel in Berlin und den angrenzenden Gebieten überhaupt vor? Auf welchen Wegen gelangen sie in die Stadt? Wie wird ihre Lebensweise von menschlichen Aktivitäten in ihrer Umgebung beeinflusst? Zusätzlich soll die „klassische“ wissenschaftliche Datenerhebung klären, ob Unterschiede in der Nahrung, Parasitenbelastung, körperlichen Verfassung, Fortpflanzung und Sterblichkeitsrate zwischen „Stadt“- und „Land“-Wildtieren bestehen. Insbesondere soll auch geklärt werden, ob die wärmeren Stadtbedingungen das Winterschlafverhalten der Igel beeinflussen. Der aktuelle Stand der Forschungsergebnisse wird den Beteiligten regelmäßig in Form eines Newsletters zurück gemeldet.

Bürgerbeteiligte Forschung wird in verschiedenen Forschungsdisziplinen immer wichtiger. Dabei  kam der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft  verstärkt und Gesellschaftswissen in die Wissenschaft integriert werden. Die Berliner erhalten im Projekt „Wildtiere in der Stadt“ außerdem Gelegenheit, sich Wissen anzueignen und einen Beitrag zu interessanten Projekten zu leisten. Die Wissenschaft kann mit Bürgerbeteiligung Daten gewinnen, die an Größe und Informationsgehalt weit über das hinausgehen, was normalerweise möglich ist, und die auf breiter Basis gewonnenen Ergebnisse  fließen wieder in die Gesellschaft zurück.

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ist ein interdisziplinär arbeitendes Forschungsinstitut, das sich der Entwicklung der wissenschaftlichen Grundlagen für neuartige Ansätze des Artenschutzes verschrieben hat. Das Institut beschäftigt momentan etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und des Forschungsverbundes Berlin e.V.

Kontakt

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)    
Interdisziplinärer Forschungsverbund Biodiversität    
Dr. Karoline Weißhuhn; Tel.: +49 30 5168 128    
citizenscience@izw-berlin.de; biodiversity@izw-berlin.de
Steven Seet (Pressesprecher); Tel.: +49 30 5168 125    
seet@izw-berlin.de

 

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