Wissenschaftscomic zur Epigenetik aus dem Leibniz-IZW
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IZW – 19.12.2016:

Wissenschaftscomic zur Epigenetik aus dem Leibniz-IZW

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat Ergebnisse seiner Forschung in einen Comic übersetzt. Die Geschichte rankt sich um wilde Meerschweinchen und lehrt uns, dass Gene allein nicht alles sind: Umweltbedingungen und individuelle Erfahrungen können beeinflussen, welche Passagen des Erbgutes in verschiedenen Zellen genutzt werden. Der Leibniz-IZW-Comic „Epigenetik – Brücke zwischen Erbgut und Umwelt“ erscheint im Jaja-Verlag.

Am 6. Dezember 2016 fand das „9. Forum Wissenschaftskommunikation“ in Bielefeld statt. Dort stellten die Leibniz-IZW Wissenschaftlerinnen Alexandra Weyrich und Kathleen Röllig ein Wissenschaftscomic zum Thema „Epigenetik“ vor. Wissenschaft ist komplex – umso mehr braucht es geeignete Formen der ‘Übersetzung‘, um ein Publikum außerhalb der Wissenschaftslandschaft zu erreichen. Comics sind mittlerweile weit mehr als nur „Donald Duck und seine Freunde“ und erfreuen sich großer Beliebtheit bei allen Altersgruppen. Das Leibniz-IZW hat zusammen mit dem Jaja-Verlag ein Experiment umgesetzt: Wissenschaft im Comic. „Wir wollten unsere Forschungsergebnisse auf unterhaltsame, verständliche Art an Schüler und interessierte Erwachsene vermitteln. Unsere Studienobjekte sind zwar Wildtiere, unsere grundsätzlichen Fragestellungen sind aber relevant für uns alle“, erklärt Dr. Alexandra Weyrich, Expertin für Epigenetik am IZW.  

Können sich Wildtiere auf verändernde Umweltbedingungen einstellen? Wie gehen sie mit steigenden Temperaturen in ihrem Lebensraum um? Und können sie ihre „Erfahrungen“ an ihre Nachkommen weitergeben?

Lange galt, dass die Anpassungsfähigkeit von Lebewesen auf genetischer Ebene ausschließlich auf der Veränderung der Bausteine des Erbgutes beruht, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. In den letzten zehn Jahren hat sich gezeigt, dass Organismen auch flexibel auf Umweltfaktoren reagieren können, indem über unterschiedliche Mechanismen Gene an- oder abschaltet werden. Wie das funktioniert, untersucht das Fachgebiet der Epigenetik. Epigenetik baut eine Brücke zwischen dem Erbgut und der Umwelt. Wie die Tastatur eines Klaviers ist das Erbgut in jeder Zelle eines Organismus identisch. Die Epigenetik bestimmt, welcher Teil davon abgelesen wird, also welches Lied auf der Tastatur gespielt wird. Im Comic erzählt uns die Wissenschaftlerin Ada, wie Epigenetik funktioniert und wie epigenetische Veränderungen sich in Organismen und sogar ihren Nachkommen auswirken. Leserinnen und Leser erfahren auf unterhaltsame und anschauliche Weise Einiges über Wildtiere, Evolution, Wissenschaft und auch über uns Menschen selbst. Um ein breites Publikum zu erreichen, ist der Wissenschaftscomic auf Deutsch und Englisch erhältlich. Dieses Pilotprojekt des Leibniz-IZW wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Publikation:
Deutsche Ausgabe:
Weyrich A, Köhn A, Nowacki O (2016): Epigenetik – Brücke zwischen Erbgut und Umwelt. 24 Seiten, Jaja Verlag, ISBN: 978-3-946642-10-7.

Englische Ausgabe:
Weyrich A, Köhn A, Nowacki O (2016): Epigenetics : bridge between genome and enivironment. 24 pages, Jaja Verlag: ISBN: 978-3-946642-11-4.

Das Comic basiert auf der folgenden wissenschaftlichen Publikation:
Weyrich A, Lenz D, Jeschek M, Chung TH, Rübensam K, Göritz K,
Jewgenow, K, Fickel J (2015): Paternal intergenerational epigenetic response to heat exposure in male Wild guinea. Running Title: Paternal epigenetic response to heat. MOL ECOL – special issue Epigenetic Studies in Ecology and Evolution.

Kontakt:

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.
Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin, GERMANY

Dr. Alexandra Weyrich
Tel. 030 51 68 313
weyrich@izw-berlin.de

Dr. Kathleen Röllig
Tel. 030 51 68 122
roellig@izw-berlin.de

Steven Seet (Presse)
Tel. 030 51 68 125
Mobil. 0177 857 26 73
seet@izw-berlin.de
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