Dies war ein großer Schritt für die internationale Initiative, deren Ziel es ist, die Art in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückzubringen. Vor ihrer Freilassung akklimatisierten sich die Pferde zwölf Monate lang im Wild Equid Reintroduction Center, wo sie von einem Team aus Wildtierärzten, Biologen und Tierpflegern beobachtet und betreut wurden. Zwei der Stuten wurden mit Satellitenhalsbändern ausgestattet, wodurch das Team verfolgen kann, wie gut sich die Pferde in ihrer neuen Heimat einleben.
Die fünf Przewalski-Pferde (Equus przewalskii) wurden am 25. Mai 2026 aus dem Wiederansiedlungszentrum Alibi in Zentralkasachstan in die Wildnis entlassen. Sie waren im Juni 2025 aus dem Wildnispark Zürich in der Schweiz und dem Hortobágy-Nationalpark in Ungarn nach Kasachstan gebracht worden. Ein Team aus Tierärzt:innen, Pfleger:innen und Feldexpert:innen begleitete im Laufe des vergangenen Jahres ihre Eingewöhnung an das raue lokale Klima. Die Gruppe hat erfolgreich die lokalen Winterbedingungen überstanden, gelernt im tiefen Schnee nach Futter zu graben und selbstständig natürliche Wasserquellen aufzuspüren. Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem das Team Przewalski-Pferde aus dem Wiederansiedlungszentrum freigelassen hat. Diese erneute erfolgreiche Aussiedlung ist eine solide Grundlage für die Ankunft weiterer Pferde im Rahmen des langfristigen Projekts.
Satellitenhalsbanddaten zeigen, wie sich die Pferde in ihrem neuen Zuhause einleben
Um die Gruppe in ihrem neuen Lebensraum und ihre Integration in ein 40.000 km² großes Netzwerk geschützter Korridore in der Altyn-Dala-Region zu überwachen, wurden zwei Stuten mit Satellitenhalsbändern ausgestattet. Mithilfe der von den Halsbändern ausgesandten Daten kann das Team vor Ort die Bewegungen der neuen Gruppe sicher verfolgen, ihre räumlichen Gewohnheiten untersuchen und die Auswirkungen ihrer Rückkehr auf das Steppen-Ökosystem messen, ohne die Tiere dabei zu stören. Eine vorläufige Analyse der Ortungsdaten ergab, dass sich die Auswilderungsgruppe noch immer in der Nähe des Auswilderungszentrums aufhält.
Zum Anlegen der Halsbänder wurden die Pferde durch das veterinärmedizinische Team in Narkose gelegt. Spezialisierte Kenntnisse in der Wildtieranästhesie und tiermedizinisches Fachwissen sind entscheidend für die Mission, Przewalski-Pferde wieder in die Steppe auszuwildern. Die erneute Auswilderung einer kleinen Gruppe von Przewalski-Pferden bringt das Team aus Wissenschaftler:innen und Naturschützer:innen ihrem Ziel näher, in Zentralkasachstan eine sich selbst erhaltende Population der weltweit letzten wilden Pferde zu etablieren. Als Schlüsselart unter den Pflanzenfressern ist deren Rückkehr in die Graslandschaften Zentralasiens ein wichtiges ökologisches Ereignis, das helfen könnte, ein gesundes Ökosystem wiederherzustellen. Zu den erwarteten positiven Effekten gehören die Wiederherstellung der einheimischen Vegetation, die Eindämmung der Wüstenbildung und die Verringerung der Intensität saisonaler Waldbrände durch ihre natürlichen Weidegewohnheiten.

