Künftig wird er sich neuen Herausforderungen an der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) stellen.
Das FMP wird seit vielen Jahren kollegial geleitet – gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothea Fiedler hat Volker Haucke das Institut strategisch weiterentwickelt und dessen internationale Sichtbarkeit kontinuierlich ausgebaut. Dieses Modell der Doppelspitze ermöglicht es beiden Direktor:innen, neben ihrer Leitungsverantwortung die wissenschaftliche Arbeit voranzutreiben. Die geschäftsführende Leitung wird ab 01.01.2027 Dorothea Fiedler übernehmen.
„Seit mehr als einem Jahrzehnt ist das FMP meine wissenschaftliche Heimat. Hier kommen Neugier, Zusammenarbeit und Exzellenz zusammen“, sagt Volker Haucke. „Ich bin überzeugt, dass das FMP ein großartiges Institut mit einer vielversprechenden Zukunft ist. Alle Mitarbeitenden hier im Haus haben das FMP gemeinsam zu einem außergewöhnlichen Ort für die Wissenschaft gemacht.“
„Volker Haucke hat das FMP mit seinen Visionen und seiner Begeisterung zu dem gemacht, was es heute ist. Seinen Weggang bedauere ich sehr“, sagt Dorothea Fiedler. „Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass das Institut auf seinen bisherigen Erfolgen aufbauen und sich dynamisch weiterentwickeln wird.“
Schärfung des wissenschaftlichen Profils und der internationalen Sichtbarkeit des FMP
Die Amtszeit von Volker Haucke war von wissenschaftlichen Arbeiten geprägt, die das Forschungsprofil des FMP nachhaltig geschärft haben. Im Zentrum standen die Mechanismen der Endozytose, die Organisation endosomaler Membranen und die Rolle von Lipidsignalen in menschlichen Zellen, insbesondere in Nervenzellen. Besonders hervorzuheben sind seine wegweisenden Arbeiten zur synaptischen Vesikelbiogenese und zur Rolle von Signallipiden, sogenannten Phosphoinositiden, die als molekulare Schalter wirken und so zahlreiche Prozesse von der Übertragung von Hormon- und Botenstoffsignalen über Prozesse der intrazellulären Membrandynamik bis zur Bildung und Funktion von Organen und Geweben steuern. Mutationen in Enzymen, welche diese Signallipide umsetzen, sind in zahlreiche menschliche Erkrankungen involviert, von vererbten Muskelstörungen bis zu Diabetes und Krebserkrankungen.
Darüber hinaus hat Volker Haucke die Entwicklung neuer molekularer Werkzeuge und Wirkstoffansätze vorangetrieben, unter anderem mit Blick auf Enzyme des Lipidstoffwechsels. Immer wieder hat er mit seiner Forschung gezeigt, wie Grundlagenforschung gesellschaftliche Wirkung entfalten kann – etwa durch neue Ansatzpunkte für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen und Krebs.
Seine wissenschaftliche Arbeit wurde national und international vielfach ausgezeichnet. Im Frühjahr 2025 erhielt Volker Haucke den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Fördergemeinschaft (DFG), den wichtigsten deutschen Förderpreis, der mit 2,5 Millionen Euro dotiert ist. Gewürdigt wurden seine bahnbrechenden Erkenntnisse zum Lipidsignaling und zur synaptischen Signalübertragung. Im Laufe seiner Karriere wurde Haucke mit zahlreichen weiteren Preisen und Förderungen ausgezeichnet, darunter zwei Reinhart-Koselleck-Förderungen der DFG, einem ERC Advanced Grant, dem Feldberg Prize sowie dem Ernst Schering Preis.
Wissenschaftlicher Werdegang
Volker Haucke studierte Biochemie an der Freien Universität Berlin und promovierte am Biozentrum der Universität Basel. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Yale University School of Medicine (USA) leitete er eine eigenständige Arbeitsgruppe an der Universität Göttingen. 2003 wurde er als Professor für Membranbiochemie an die FU Berlin berufen, seit 2012 war er Direktor des Leibniz-FMP, wo er den Forschungsbereich Molekulare Pharmakologie und Zellbiologie verantwortet. Haucke ist Mitglied zahlreicher renommierter wissenschaftlicher Organisationen und Gremien. Dazu zählen die European Molecular Biology Organization (EMBO, seit 2014), die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (seit 2017), die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (seit 2017), die Academia Europaea (seit 2019) sowie das Exzellenzcluster NeuroCure der Charité (seit 2007). Von 2023 bis 2025 war er zudem Präsident der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM).

